Zehntausend Hammerschläge formten Karosserie

Nachbarn schimpften schon!
Spezial-Omnibus entstand in Sterkrader Werkstatt – auf Borgward Fahrgestell – für Arbeiter- Transport.

Kraftfahrzeugbaumeister Gossler von der Firma Seyser und Gossler , Sterkrader hat allen Grund , stolz zu sein auf sein Werk , das man gestern bei Auto- Balke an der Lothringer Straße bewunderte: ein Spezial-Omnibus, dessen Karosserie in Handarbeit der Werkstatt an der neumühler Straße erstand. Wieviel Hammerschläge notwendig waren , um den Blechen den richtige Form zu geben, hat Meister Gossler natürlich nicht gezählt. Es mögen viele Zehntausende gewesen sein. Jedenfalls so viele, dass die anwohner der neumühler Straße schon schimpften:“ Wann hören die endlich mit der Hämmerei auf“…!


Spart Trennungsgelder
Nun- seit einigen Tagen ist es dort ruhiger . der Omnibus ist betriebsfertig und auf seine Türen steht bereits der Name des Besitzers : Bauunternehmer Küppers, Osterfeld, der den Wagen für den Transport seiner Arbeiter zur auswärtigen Baustellen einsetzt. Durch diese schnelle Beförderungsmöglickeit spart die Baufirma Trennungsgelder.


Sperrholz verpönt
Die schmucke Karosserie ist auf einem 4t-Ominbusfahrgestell von Borgward aufgebaut. Er ist kein Luxuswagen und soll es auch nicht sein. Dafür ist die gesamte Innenausstattung zweckmäßig und praktisch. Von einer Sperrholzverkleidung musste abgesehen werden, weil Sperrholz aus Sicherheitsgründen verpönt ist. Wenn es bei einem Unfall zersplitter, reißt es böse Wunden. Statt dessen wurde Spezial - Pressholz verwendet: es splittert nicht, sondern zerbröckelt. Die Kraftfahrzeug-Ingenieure die den Omnibus gestern auf „Herz und Nieren“ prüften, hatten nichts beanstanden.